Einführung

Mythologien und Weltenentwürfe gibt es so zahlreich, wie es verschiedene Kulturen gibt, vergangene oder noch existierende.

Der germanische Mythos ist geprägt von Göttinnen wie Frigg und Freyja, dem Riesen Loki, und Göttern wie Allvater Odin und Donnergott Thor.

Er ist uns in der Edda überliefert, jener altisländischen Liedersammlung, die z.T. von christlichen Mönchen im 13. Jahrhundert der mündlichen Überlieferung entrissen und in ihre heute lesbare Form gebracht wurde.

Im Zentrum steht der Weltenbaum Yggdrasil, der Himmel, Erde und Unterwelt miteinander verbindet. Ihre Entstehung verdankt die Welt, laut Edda, einem Opfer: die Götter töteten den Riesen Ymir und bauten aus seinen Teilen Asgard, Midgard und Uitgard auf. Dann kam Allvater Odin und verlangte vom Brunnen der Weisheit zu trinken, der unter einer Weltenbaumwurzel liegt. Er steigt also auf und ab im Weltenbaum. Allvater ist als Sonne dargestellt.

Es gibt Zwerge und Elfen, listige Riesen und starke Göttinnen. Auch eine totale Zerstörung kennt die Yggdrasil-Weltenbaumwelt, das Zeitenende, wenn die Götter den Riesen unterliegen, genannt Ragnarök. Die Welt versinkt im Meer… und taucht dann wieder neu auf.

Willkommen Zyklus! Willkommen Veränderung! Willkommen Entwicklung!

Wenn wir den Gedanken einer zyklischen Entfaltung jeder Welt weiterspinnen, tauchen schnell Fragen auf: Wie sahen Asgard und Midgard aus, als Odin, Frigg und Freyja gerade begannen, die nordische Mythenwelt zu besiedeln und zu gestalten? Wie verbunden waren die einzelnen Weltengegenden miteinander? Welche Grundsätze lebte die Weltenbaumgemeinschaft? Wer regierte, wer gestaltete sie? Wie lösten sie ihre Streitereien? Kurzum: wie lebten sie? Und wer waren „sie“? Haben die schriftstellernden Mönche wirklich nichts vergessen? Haben sie alles gewusst? Wir schauen nochmal genau hin...

Willkommen in Liliths Weltenchronik!