Der Weltenbaum

Weltenbäume in den Welten-Mythologien
Auch wenn die Weltenesche Yggdrasil aus einschlägiger Literatur wie der großen altisländischen Liedersammlung „Edda“ leidlich bekannt ist, sind Weltenbaum-Erzählungen insgesamt rar geworden. Daher erscheint eine Erläuterung sinnvoll. Auch gibt es viele verschiedene Zeugnisse von Weltenbäumen in allen Teilen der Welt. Auf einige wird an dieser Stelle kurz eingegangen.

Weltenbäume sind als ein Ordnungssymbol der Welten in den Mythologien vieler Völker und zahlreicher alter Kulturen angesiedelt. Und natürlich wächst so ein Weltenbaum von der Erde bis zum Himmel, dessen Gewölbe er stützt.

1. Die Weltenesche Yggdrasil, verkörpert in der nordischen Mythologie den gesamten Kosmos.
In der Edda – dem Sammelwerk nordischer Legenden- heißt es, Yggdrasil sei „der erste der Bäume”, der im Zentrum von Midgard steht und neun Welten verbindet, die auf die drei Ebenen: Himmel, Erde und Unterwelt verteilt sind.

2. Der Huluppu-Baum, ein sumerischer Mythos aus dem 3. Jahrtausend v.u.Z., wurde von Inanna, einer alten sumerischen Göttin, vom Ufer des Euphrat nach Uruk gebracht. Die Erzählung spielt in einer Zeit, als die Schöpfung der Erde und der Götter gerade vollzogen war und die Zuständigkeitsbereiche der Gottheiten festgelegt wurden. Auch der Weltenbaum Huluppu unterteilt sich in Himmel, Erde und Unterwelt und wird zum Schluss gefällt, analog der Götterdämmerung Ragnarök in der nordischen Edda.

3. In den schamanischen Kulturen, die vor vielen tausenden z.T. zehntausenden Jahren v.u.Z. in Asien, Nordeuropa und Amerika entstanden, stellen Weltenbäume die Welt in ihrer Gesamtheit dar.
Der Weltenbaum ist der erste aller Bäume, steht im Zentrum der Schöpfung und verbindet die drei Ebenen Himmel, Erde und Unterwelt miteinander. Meist ist er mit einer Muttergottheit und einem Martyrium verbunden.