Köln - Von Isis bis Ursula

Autorin: 

Heike Rentrop, Kölner Frauengeschichtsverein

Einst verehrt als die matriarchale Göttin in Ägypten, gelangt der Isis-Kult von Nordafrika über Griechenland auch nach Rom, wo er mehr und mehr AnhängerInnen findet. So ist es kein Wunder, dass es auch Isisheiligtümer in Köln gibt, der Colonia Agrippinensis, wie die Römer das antike Köln nennen. Einer dieser Orte befindet sich an der Stelle der heutigen Kirche St. Ursula. Die dort gefundene Statue der „Isidi Invicti“ kann inzwischen im Römisch-Germanischen-Museum besichtigt werden, gleich neben dem Kölner Dom.

Viele Elemente der Isisverehrung sind im Verlauf der Zeit in die christliche Religion eingeflossen. Wo allerdings die Ägypter sich allein von Isis Rettung erhoffen, verändert sich die Rolle der Frau innerhalb des Christentums dahingehend, dass nun Christus als der Retter verehrt wird und Maria als Gottesgebärerin vor ihrem Sohn niederkniet.

Im 4.Jahrhundert entsteht am Ort des Isis-Heiligtums die Kölner St. Ursula Kirche, dort wird den heiligen Jungfrauen gehuldigt. Die Heilige Ursula hat sich als Anführerin von 11.000 Jungfrauen entwickelt, die auch im Wappen der Stadt verewigt sind. Wie es von Isis zu Ursula kam und was es mit der Zahl 11.000 auf sich hat, vermittelt der Frauengeschichtsvereins aus seinem Rundgang durch Köln. Die goldene Kammer mit den Gebeinen der 11.000 Jungfrauen ist einer der spannendsten Orte der Stadt.

St. Ursula, Köln

Wir finden an dieser Stelle eine erstaunliche Kontinuität in der Verehrung weiblicher Heiliger.

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Über das Buch

Author Die Autorin unternimmt Streifzüge durch verschiedene Weltenmythologien und versammelt die Personen und ihre Geschichten um die Weltenesche Yggdrasil. Mythomania.net

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Barbara Fischer Reitzer.