Die Gartenlaube - Wie trivial ist Trivialliteratur? Teil 2

Autorin: 

Andrea Günter, Philosophin und Theologin

 

Im zweiten Teil ihres frauenbewegten Blicks auf die Gartenlaube stellt Andrea Günter, gewohnt eloquent und scharfsinnig in der Tiefe, Autorinnen der Gartenlaube vor und stellt die zunehmend geschlechtergerechte Kriterienbildung des Gartenlauben-Diskurses über emanzipatorische Themen vor.

Schriftstellerin bei der Gartenlaube

Einige der Schriftstellerinnen sind wie manche männlichen Kollegen auch in der Hauptsache Gartenlaube-Autorinnen. Viele schreiben unter Pseudonym. Elisabeth Bürstenbinder schreibt exklusiv für die Gartenlaube, sie wählt als Decknamen „E. Werner“, Babette von Bülow „Hans Arnold“. „ „G. R. v.“, „N. M.“ oder „B.T.“, vielmals bestehen Autorenangaben auch nur aus den Kürzeln des ersten Namensbuchstaben, sodass unklar ist, um wen und ob es sich um Autorin oder Autor handelt.

Interessant ist insbesondere die Laufbahn der Schriftstellerin Wilhelmine Heimburg, deren Romane und Erzählungen nach anfänglichen Schwierigkeiten dann fast ausnahmslos zuerst in der Gartenlaube erschienen sind. Heimburg wurde zu deren ständiger Mitarbeiterin. Zum Beispiel gab sie „Das Eulenhaus“ von Eugenie Marlitt aus dem Nachlass heraus. Die unterschiedlichen Werkausgaben ihres eigenen Oeuvres umfassen 15 verschiedene Bände.

Heimburgs Vater entdeckte das Talent der Tochter und förderte es, indem er ihre erste Erzählung bei der Frauenzeitung Victoria einreichte.Sie wurde gedruckt, die Autorin erhielt ein Honorar von fünfundsiebzig Mark. Den darauf folgenden Roman lehnte die Gartenlaube zunächst ab, Ernst Keil, Herausgeber der Gartenlaube, entschuldigte sich später für dieses Versehen.

Eine M. v. Locella beschreibt den unglaublichen Erfolg Heimburgs. Ihr Brief ans Gartenlaubelesepublikum kann als ein Zeugnis für die Selbstwahrnehmung aufgefasst werden.

Wie sehr W. Heimburg (ihr Familienname ist Bertha Behrens) auch im Ausland bekannt und geschätzt ist, geht aus den zahlreichen Uebersetzungen ihrer Schriften hervor. In fast allen europäische Sprachen sind ihre Romane und Novellen teils in Gesamt-, teils in Einzelausgaben erschienen, zuletzt im Czechischen. Diese Verbreitung spricht wohl am beredtesten dafür, daß diesen liebenswürdigen Erzählungen ein Zauber innewohnt, der allüberall sich unmittelbar die Herzen erobert. Und fragt man sich, worauf derselbe beruht, so staunt man über die Einfachheit der Mittel. Gerade die Schlichtheit, die anspruchslose Natürlichkeit ist es, die diesen Zauber ausübt. Die Tiefe des Empfindens, das zarte Verständnis für das Gefühlsleben, vereint mit einer glücklichen Beobachtungsgabe, verleihen ihren Büchern einen ungewöhnlichen Reiz. Ihre Schilderungen, zumal von Frauenschicksalen und alledem, was die Kraft des weiblichen Charakters ausmacht, der Treue, der Hingabe, der Aufopferung haben sie zu der heute wohl gelesensten Erzählerin am deutschen Familientisch gemacht. Wie fein sind in ihren Romanen und Novellen die Herzensfäden gesponnen! Und doch wie frei sind sie von übertriebener Empfindsamkeit, vor welcher die Verfasserin ein frischer Zug von Schalkhaftigkeit und Humor bewahrt! Gesund und natürlich sprudelt der Quell ihrer Erfindungsgabe und ebenso fließend und ungezwungen ist ihre Sprache, fern von effekthaschenden Stil- und Geschmacklosigkeiten, wie sie in neuester Zeit fast zur Mode werden. Die Wärme des Tons, die Unmittelbarkeit der Stimmung, die zumal manche ihrer Novellen zu wahren Kabinettstücken machen, zeigen W. Heimburg als eine Dichternatur, die auch dem feinfühligsten Leser viel zu geben versteht.

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Regelmäßig berichtet die Gartenlaube vom Erfolg ihrer Erfolgsautorinnen, die Nachricht von Übersetzungen und Auflagenzahlen wurden regelmäßig für die Eigenwerbung genutzt.

Romane, Erzählungen, Gedichte aus weiblicher Feder rekonstruieren Geschlechterverhältnisse

Ironische Inszenierungen, De- und Rekonstruktionen von Geschlechterkonstellationen, hierzu lassen sich eine Menge Ansätze in der Gartenlaube finden. Als Variante auf das ewig bürgerliche Weibliche lässt sich die Erzählung „Sie wird aber keine Hausfrau“ von Natalie Guth lesen von 1888 http://de.wikisource.org/wiki/Sie_wird_aber_keine_Hausfrau. „Sie wird keine Hausfrau“, mit dem Stoßseufzer dieser freudigen Hoffnung der Eltern für den Lebensweg ihrer Tochter beginnt eine Kurzgeschichte, der Bericht über den Lebensweg einer erfolgreichen Malerin aus der Perspektive „einer Freundin“. Der Unterschied der Erwartungen an die Lebensmodelle zwischen Eltern- und Großelterngeneration wird betont. Nun, die als Malerin erfolgreiche Freundin wird doch heiraten. Aber sie wählt nicht den ihr huldigenden General (der ihr eine elegante Lebensführung als Malerin ermöglicht hätte). Die Freundin entscheidet sich für einen Restaurateur. In Zukunft wird sie in dessen Restaurant nicht malen, „aber mahlen werde ich desto mehr. Kaffee und Pfeffer.“

Nun, was der Verlauf dieser Künstlerinnenbiographie bedeutet, ob die erfolgreiche Malerin mit dieser Heirat eine Hausfrau geworden ist, ist mehrdeutig. Die Geschichte lädt ein, das ewige Klagen über das vorherbestimmte weibliche Hausfrauenschicksal präsent und offen zu halten.

Louise Ernesti wiederum imaginiert einen Konflikt zwischen Frauen. Eine bekannte Malerin lehnt eine Schülerin ab. Dieser gelingt es, mit List und Trug dennoch von ihr zu lernen. Sie wird bekannt. Als die bekannte Malerin nun die jüngere besucht, wird sie mit ihrem Verhalten konfrontiert. Der programmatische Titel „Der gelbe Handschuh“ assoziiert den Handschuh als Symbol für Fehde, Konkurrenz, Standeserhöhung, Distanz, aber auch Schutz und Kreativität. http://de.wikisource.org/wiki/Seite:Die_Gartenlaube_%281859%29_046.jpg

Ein ganz anderer Akzent findet sich in Wilhelmine Heimburgs Fortsetzungsroman „Lumpenmüllers Lieschen“ (1878). Es geht um die Möglichkeit der Heirat zwischen einer Tochter aus einer Müller- und Papierfabrikantenfamilie und einem verarmten Adligen.

Alte Sprüchlein, Reime, Lieder, das Gedicht „Die Zeit ist hin“ von Theodor Storm werden zitiert. Zum literarischen Vergleich kann Fontanes „Irrungen Wirrungen“ (1888) herangezogen werden. Auch hier geht es darum, Liebe und Standesansprüche miteinander in Einklang zu bringen. Während Fontane sich dafür entscheidet, dass die beiden Protagonisten seines Romans der Liebe entsagen und standesgemäß heiraten, hatte Heimburg 10 Jahre zuvor anders entschieden, Müllerstochter und Adliger vermählen sich.

Auch die Personenkonstellation ist different. Bei Fontane ermahnt ein Onkel den jungen Adligen zur standesgemäßen und ökonomisch motivierten Heirat; die Mutter klagt über die finanzielle Lage; die junge Gärtnerstochter erweist sich als Realistin der sozialen Verhältnisse. Beide müssen außerdem erleben, dass es kein soziales Umfeld gibt, in dem sie ihre Paarbeziehung ansiedeln könnten.

Dagegen erfahren wir von Heimburg, dass die Müller- und die Gutsherrenfamilien im Laufe der Generationen immer einen respektvollen Umgang unter den Erwachsenen und einen integrierenden unter den Kindern hatten. Die Mutter des adligen Jünglings hier ist enttäuscht über den verstorbenen Ehemann, der das Vermögen durchgebracht hatte, was der Familie erst nach dessen Tod bekannt wurde. Und so wie in der Erzählung von Natalie Guth ist es die Großmutter, die auf traditionelle Verhältnisse, also den Einhalt des Standesunterschieds besteht. Sie scheint die Familie zu dominieren. Der Enkelsohn muss und wird lernen sich zu emanzipieren. Fontanes Protagonist hingegen trauert zwar um die Geliebte, kann für sich selbst aber keine Alternative sehen.

Louise Otto wiederum stellt mit ihrer Erzählung „Auf der Luisenburg“ (1857) eine vielseitig emanzipierte Heiratungsgeschichte vor. Statt „Gleiches Gut, gleiches Blut, gleiche Jahre“ (Heimburg) und Generationenabhängigkeit gibt „gleiche Intellektualität, gleiche Lebensambitionen, gleiche Ortsverwandtschaft“ hier die besten Paare.

Damit nochmals zu einer weiteren Textgattung und einer auffallend anderen Großmutterfigur.

„Großmutter, nicht wahr, das kann nur Er?“
Großmutter lächelt: „Ich trug wohl mehr!“

Mit diesen beiden Versen verändert sich im Gedicht „Wer so viel ertragen und tragen kann!“ von Katharina Koch (1872) die Bedeutungs- und Bewertungsperspektive. http://de.wikisource.org/wiki/Wer_so_viel_ertragen_und_tragen_kann! Kinder fordern ihre Großmutter auf, in den Zirkus zu gehen, um einen Mann zu bewundern, der unglaublich viel Gewicht tragen kann. Der Muskelkünstler selbst fordert zum Vergleich heraus. Er fragte ins Publikum, wer sonst so viel ertragen und tragen kann wie er. Die zitierten Verse zeigen, die Reaktion der Kinder ist eindeutig. Der Großmutter ringt diese Selbstüberzeugung jedoch nur ein Lächeln ab.  

Öffentliche Selbstdarstellung oder innere Ruhe, Spektakel oder Schweigen, Verdienstabsicht oder freundliches Lächeln – wie leicht Kinder vom äußerlichen Muskelspielgehabe beeinflusst werden könnten ohne die Selbstäußerung der Großmutter. Damit, eine solche Frage ganz anders zu beantworten, etabliert sich ein anderes Subjekt. Die Autorin spiegelt im Aufbau ihres Gedichts einen Wechsel der Subjektmuster. Mit der Großmutter etabliert sich eine Sprecherin, die anderen Bewertungskriterien folgt. Zeigen und zeigen, sehen und sehen lassen sich unterscheiden:

Kommt, Kinder, wir wollen nach Hause geh’n,
Für mich giebt’s hier nichts Neues zu seh’n; ...“

Diskurse über frauenbewegte Themen

Können Frauen auf akademische Lehrstühle der Mathematik berufen werden? Wie lange hatte es gebraucht, dass eine solche Frage nicht mehr gestellt wird. Die Gartenlaube hat zu dieser Entwicklung Einiges beigetragen. Was an den dort veröffentlichten Beiträgen zu solchen Disputen fasziniert, ist, dass hier oftmals nicht nur Argumente des Fürs und Wider hin und her diskutiert werden. Im Gegenteil, hier werden Argumente von Frauen und Männern dafür vorgestellt, wie solche Diskussionen überhaupt zu führen sind. Und das scheint um einiges effektiver.

Dass eine Frau, Victoria Woodhull, 1880 Präsident der Vereinigten Staaten werden will, hält Otto von Corvin eindeutig für den „größten Humbug Amerika’s“. Immerhin, das Thema ist lanciert, wenn in diesem Falle auch mit antifeministischer Tendenz. Immerhin versucht er – als Revolutionär – zwischen den berechtigten Freiheitsbestrebungen der Frauen und den Thorheiten (...), die bei dieser Bewegung zu Tage treten, zu unterscheiden. Zwar will er Frauen nicht auf Haushalt und Mutterrolle reduzieren. Einen Präsidentenposten zu bekleiden hält er allerdings für das Bestreben von „exaltirte(n), närrische(n) Emancipationsapostelinnen“, über die man sich nur lustig machen könne...

Berichte aus der Frauenbewegung anderer Länder vermögen durchaus einen offenen Ton anzuschlagen. Das Interesse an Berichten aus England und Amerika, den großen Länder der Aufklärung, scheint groß.

Die Frauenemancipation in Amerika läßt kein Mittel unversucht ihrem Ziele näher zu kommen. Die Verbindung der Frauen und Mädchen, welche mit ihrer gesellschaftlichen Stellung unzufrieden sind und durchaus Gleichstellung mit den „Tyrannen“ verlangen, wächst mit jeder Woche. In dem Clubb, den sie allwöchentlich hält, und in den beiden Zeitschriften, die sie herausgiebt, wird furchtbar gegen die „Unterdrücker in Frack und Glace“ gedonnert. Oft werden diese Clubbs von Männern besucht, gewöhnlich unverheiratheten, die dann versuchen das Uebergewicht der Männer geltend zu machen, die immense Zungenfertigkeit der schönen Gegnerinnen macht indeß jeden Sieg zweifelhaft. Neulich spottete ein solcher Redner über die Schwäche und Unterordnung des Weibes. „Was wollt Ihr“! rief ein junges schönes Mädchen dem Sprecher zu. „Eine Rippe des Mannes wurde in ein Weib verwandelt. Wenn nur eine einzige Rippe ein solches Produkt der Schwäche geliefert hat, welch eine Masse von Schwäche muß dann der ganze Mann sein!“ – Besiegt, mit einer artigen Verbeugung zog sich der Gegner zurück. – Merkwürdigerweise geht das Hauptbestreben dieser Frauenverbindung dahin, eine politische Gleichstellung der Frauen mit den Männern zu erzielen. Sie verlangen vor Allem mit stimmen zu dürfen.

http://de.wikisource.org/wiki/Die_Frauenemancipation

Dass ein Frauen angemessener, weiblicher Geschichtsunterricht kreiert werden muss, weil Frauen weniger an Zahlen interessiert seien, vor solchen Klischees sind auch Gartenlaubeautoren nicht gefeit. Immerhin, dass Frauen Geschichtsunterricht bekommen, scheint von der Autorin oder dem Autor des Kommentars als Selbstverständlichkeit akzeptiert.

Motiviert durch Macht- und Kirchenkritik erinnert wiederum ein Valerius daran, dass die Civilehe eine bewegte Geschichte hat. Er stellt die Religionshistorie der (kirchlichen ) Trauung und der bürgerlichen (staatlichen) Eheschließung dar und erinnert an die Motive für die jeweiligen historischen Entscheidungen. Damit gewinnt er Kriterien: weder Verzerrung der Freiheit noch Schutzlosigkeit der Familie, in diesem Spannungsfeld muss Ehe gestaltet werden können.

Leserinnen und Leser werden nicht nur in diesem Beitrag in einem historischen Denken geschult, das die Geschlechterverhältnisse betrifft. So legt der Titel des Kommentars „Was sich für junge Mädchen schickt“ (1892, 482-483) nahe, dass hier Normatives zu lesen ist. Allerdings, das Gegenteil ist der Fall. Gleich im ersten Satz macht der Autor/die Autorin H.B. deutlich, dass sich die Vorstellungen von richtigem weiblichen Verhalten verändern, die Grenzen je nach Jahrhundert enger oder weiter gezogen sein konnten. Als Quelle hierfür wird der Brief einer sterbenden Mutter aus dem 17. Jahrhundert an ihre beiden abwesenden Töchter vorgestellt und mit den aktuellen moralischen Ansprüchen verglichen.

Wenn auch nicht historisch, sondern idealismuskritisch gelagert, aber ähnlich rekonstruktiv macht sich Marianne Wolf in ihrem Essay „Natürlichkeit und Affektation“über den Rekurs auf „natürlich“ her, wenn es um das Verhalten von Frauen geht. „Sei doch nicht so affektirt, benimm Dich ganz einfach, natürlich!“ – jemanden dazu auffordern, sich natürlich zu verhalten, etwas Widersinnigeres gebe es nicht. Nichts ist künstlicher als die Aufforderung und Inanspruchnahme zu natürlichem Verhalten. Erreicht würde lediglich ein noch höherer Grad an Geziertheit.

Ich prüfte darauf hin jene jungen Damen, deren heiter natürliches Plaudern man so reizend fand, deren naiv kindliche Bemerkungen für so entzückend galten, und siehe da, ich kam richtig dahinter, daß der ganze Zauber dieser sogenannten „Natur“ nichts weiter war, als die höchste Vollendung der „Kunst“.

http://de.wikisource.org/wiki/Nat%C3%BCrlichkeit_und_Affektation

Marianne Wolf ist eine spannungsreiche Autorin. Mit „Vernünftige Gedanken einer Hausmutter“, zuerst als 19-teilige Artikelserie in der Gartenlaube erschienen, daraufhin mit 2facher Auflage als Buch veröffentlicht, erreichte sie einen großen Erfolg. Wikipediasource beschreibt sie als spätbiedermeierlich. http://de.wikisource.org/wiki/Marianne_Wolf . Jedoch, kann das stimmen? Manches Mal weiß ich nicht, ob ihre Aussage nicht ironisch genommen werden müssten.

Wenn wir alle nutzlos und genußlos vergeudeten Stunden unseres Lebens zusammenzählen könnten, wir würden gewiß entsetzt ausrufen: „Unmöglich!“

Peinliches Ausnutzen jeder Minute ist mein erstes Gesetz zu richtiger Anwendung der Zeit, und das zweite lautet: "Thue Alles, was Du vornimmst, so gut und vollkommen wie möglich und bemühe Dich, aus jeder Beschäftigung Nutzen für Dich oder Andere zu ziehen! Dann wird keine Deiner Lebensstunden eine verlorene sein."

http://de.wikisource.org/wiki/Vern%C3%BCnftige_Gedanken_einer_Hausmutter...

Kann man das wörtlich nehmen? Bahnt sich hier der Utilitarismus in weiblicher Form an? Oder ist es überspitzt? Ironisch? Ich neige zur letzteren Einschätzung. Es passt nicht zu vielem, was sie in anderen Artikeln schreibt. Wolf kann über das Warten philosophieren, zu Gelassenheit bei der Erziehung der Kinder aufrufen, hat wie gezeigt das Verhältnis von Erziehung und Natur dekonstruiert. Ihre Texte sollten genauer aufgearbeitet werden.

Diskurspolitisch beeindruckend ist vor allem die kurze 29-zeilige Stellungnahme dazu, dass der Landtag die Eingabe des preußischen Landtags prüft, ob Frauen Ärztinnen werden können. Die Prüfung wird als Fortschritt bewertet, dafür sprechende Argumente scheinen einige zu überzeugen. Auf hilfreiche klärende Schriften, insbesondere auf die Bereinigung von Gegengründen „mit Geist und Humor“ wird verwiesen. Dass Frauen noch viele weitere Gründe anführen können, die für ihr Medizinstudium sprechen und die gehört werden müssen, wird stark gemacht. Das Argument, statt weiter theoretisch zu diskutieren die Probe aufs Exempel zu machen, erklärt die/der Kommentator/in B. zum ausschlaggebenden Aspekt. Derart Tatsachen schaffen – ein feiner, genialer Schachzug.

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Über das Buch

Author Die Autorin unternimmt Streifzüge durch verschiedene Weltenmythologien und versammelt die Personen und ihre Geschichten um die Weltenesche Yggdrasil. Mythomania.net

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Barbara Fischer Reitzer.