Barbara Fischer Reitzer

Ich werde zu einer Zeit in Weimar geboren, da heißt die staatliche Verwaltungseinheit noch Bezirk Erfurt. Bundesland oder Bezirk, egal, die Kunst hat mich schon früh im Griff. In der Schule male ich Bilder und verfasse Pamphlete ganz im Sinne der Pariser Surrealist*innen zu ihren besten Zeiten. Zwischen 1986 und 1995 ist die Künstler*innengruppe D N S (Die Neuen Sinnlosen) aktiv mit Performances, Ausstellungen und allerlei anderer Umtriebe. Ich schreibe Kurzgeschichten und Gedichte. "Die Parabuddhistische Anarchoapokalypse" (1988) wird das Manifest der Gruppe. Ich bleibe den Kurzgeschichten und Gedichten treu, bis ich an „Liliths Weltenchronik“ zu arbeiten beginne. "L'art pour l'art" und trotzdem bleibt Kunst der Weg, die Welt zu verändern.

"Liliths Weltenchronik" ist die Antwort auf Fragen, die ich mir schon immer stelle: wo sind die starken Frauen? Wo sind sie im Spiegel der Gesellschaft und der Kulturgeschichte? Das Werk vieler starker Frauen hat mich geprägt: Anna Seghers, Maxi Wander, Rosa Luxemburg, Rosemarie Schuder… um nur einige wenige zu nennen. In der Mythologie finde ich meine Bestimmung: Mir begegnen Liliths widerständiger Charakter, Penthesileas Kampfesgeist und Brunhilds wirkliche Stärke. Und das ist nur der Anfang…